Donnerstag, Mai 14, 2009

Kernkompetenz wird ausgelagert

In Zukunft werden News, Reviews, Konzertberichte und - vielleicht irgendwann auch mal - Interviews zusätzlich zu dieser kleinen Oase der Misanthropie auch oder vornehmlich beim Tinnitus-Magazin veröffentlicht. Eine erste Kostprobe findet sich hier.

An verschiedenen Metal-, Hardcore-, Indie- oder was auch immer Spielarten Interessierte mögen auch dort bitte regelmäßig vorbeischauen. Tinnitus arbeitet von der Hamburger Zentrale aus mit Enthusiasten aus fast dem ganzen Bundesgebiet zusammen und bietet so einen feinen Überblick über das obligatorische Musikgeschehen abseits der ganz großen Namen, also viel Spaß damit und häufiger mal vorbei surfen, gelle.

Nur am Rande

Barca gewinnt nach dem El Clasico und dem 100. Meisterschaftstor auch die Copa del Rey gg Bilbao (Endstand 4:1). Hoffentlich nicht die letzte Erfolgsmeldung aus der Schnurbärte-sind-bäh-FC-Barcelona-Dependance. ;-)

Sonntag, Mai 03, 2009

100 Mal berührt...

...und 100 Mal rein gegangen. Der FC Barcelona gewinnt nicht nur El Clasico (6:2 im Bernabeu-Stadion in Madrid), sondern macht auch noch im 34. Ligaspiel das 100. Tor! Das sechste, also letzte, für Barcelona war es (Pique in der 83. Minute). Das machte es dann hinten raus auch nochmal spannend, ob es denn gelingen würde, die 100er Marke zur ultimativen Demütigung des ewigen Rivalen zu durchbrechen.

Da ich ja nicht nur SC Freiburg-Fan, sondern auch FC Barcelona-Sympathisant bin, macht das in allen Belangen mehr Spaß als der schon deutliche 4:0-Erfolg gg eine (inter)national nur bedingt konkurrenzfähige Mannschaft. Diesmal ohne Toretrinken, aber war vllt auch besser so...

Sonntag, Februar 15, 2009

Mal wieder Vorfreude

Nachdem ich letztens im - laut Selbstbeschreibung - besten Plattenladen der Welt aka Plattenbau in Aachen die nicht mehr ganz neue aktuelle Oneida-Platte Preteen Weaponry erwerben konnte, ist auf Oneidas Homepage bereits der zweite Teil der Thank-Your-Parents- Trilogie angekündigt. Rated O wird im Juni dieses Jahres erscheinen und entweder als dreifach CD oder dreifach LP zu erwerben sein. Im Anschluß an die VÖ folgt im Juli und August eine US- und Europa-Tour! Ich freu mich drauf und bis zu einem Livereview wird hier dann wohl auch erstmal Schweigen herrschen. Allerdings erst nach den folgenden Oneida-Videos.


Oneida - Ghost in the Room




Oneida - Up with People

Samstag, Februar 14, 2009

Nadja war zu Besuch

Bei Schnurbärte sind bäh ist es in letzter Zeit nicht nur um Nadja etwas ruhiger geworden. Die Gründe dafür liegen weniger bei Nadja, sie sind produktiv wie eh und je (einige Splits (u.a. eine zweite mit Atavist), eine 7", verschiedene Reissues (u.a. eine Thaumogenesis/Thaumoradiance Doppel-CD) usw seit dem letzten Album Desire in Uneasiness), aber ich eben nicht. Über das Warum, Weshalb und Wieso Nicht breiten wir das Mäntelchen des Vergessens.

Zum Hören zu Hause kam dann endlich auch mal die Gelegenheit Nadja in Lebensgröße zu sehen - no pun intended. Am 21.01. spielten sie im Kölner Sonic Ballroom. Vollkommen überraschend war ich viel zu früh da, also pünktlich um 20 Uhr zum Einlassbeginn. Immerhin ließ das genug Zeit ein Bier zu trinken und mit dem momentanen Badewannenbuch weiter zu kommen (Paul Austers Die Erfindung der Einsamkeit). Der angenehm schreddrige Sonic Ballroom füllte sich zunächst langsam und kurz vor halb zehn dann ruckartig. Die Kölner scheinen da ein besseres Timing zu haben als wir vermeintlichen Landeier. Das Ergebnis war, daß Melanchoholics, die als Vorband auftraten vor einer rappelvollen Bude spielten. Den Leuten schien es wohl auch zu gefallen, mir nicht. Prätentiöses Ambient-Doom-Gedudel, das Nadja wohl nicht unähnlich sein sollte, aber leider weder Tiefe, Breite, Emotionalität, Kühle, Entfremdung, Schüchternheit noch Verhuschtheit oder irgendwas zu bieten hatte. Vielleicht hat mich auch einfach nur das Repertoire an Metal-Posen des Gitarristen und des Bassisten gestört. Na, seis drum. Von denen wird man entweder noch hören oder eben nicht. Nach angenehm kurzer Umbaupause, also etwa 10 Minuten später, fingen dann Nadja an zu spielen, da offensichtlich nicht wenige Leute, darauf schon keinen Bock mehr hatten, war der Laden beim ersten Song nur noch dreiviertel voll, nach dem zweiten Song und ca 20 Minten Spielzeit, war er dann nur noch gut zur Hälfte gefüllt. Menschen sind halt komisch. Entsprechend, dann auch die Ansage, daß Nadja jetzt noch einen Song spielen würden und dann wäre Schluß. Verwirrte Blicke, Enttäuschung, leises Murren. Knapp 45 Minuten später war dann nach einer kurzen Shoegazer-Pop-Zugabe Ende. Bis dahin ein gelungener Abend, außer daß der Bassist der Vorgruppe wohl komplett durch war und zwei Damen in einer Irrsinnslautstärke während des kompletten Nadja-Sets irgendwas zu erzählen hatte. Was wunderbar die sehr leisen Parts, die den Pol Ambient ausloteten, konterkarrierte. Er war ja nicht der einzige, der offensichtlich auf Konzerte geht, um sich mal ordentlich auszumären. Also, nochmals, seis drum.

Wenden wir uns nochmal den erfreulichen Aspekten des Abends zu. Zum einen hat Paul Auster meine momentane Gemütslage auf den ersten Seiten von Die Erfindung der Erinnerung (zweiter Teil in besagtem Die Erfindung der Einsamkeit) ganz gut skizziert - in Stichworten: Melancholie, Selbstmitleid, depressive Dissoziation - und zum anderen waren Nadja einfach super. Pop, als Shoegazer, scheint ein wenig mehr Gewicht zu bekommen, dafür weicht der Metal aus den Arrangements, was jetzt nicht das schlimmste ist. Obige Kriterien, die Melanchoholics komplett abgingen, werden bei Nadja im Vorbeigehen erfüllt. Zutiefst düstere Klangwelten werden mit einer Leichtigkeit vorgetragen, die einen trotz der depressiven Ästhetik mit einem debilen Grinsen nach Hause gehen lässt. Früher nannte man sowas wohl Katharsis, bei Musik wird das meistens für Harte-Jungs-Musik verwendet (Neurosis, Isis oder so Zeug, sicherlich nicht so schlimm wie der ganze NuMetal-Quatsch und bestimmt auch irgendwie tolle Musik, aber irgendwie zu wenig gebrochen). Den von Martin Büsser für Bohren und der Club of Gore ins Spiel gebrachte Begriff der Erhabenheit (vgl. intro-Review zu Dolores) lässt sich auch für Nadjas Musik trefflich verwenden. In der Spannung aus Konzentration und sich treiben lassen entsteht aus all den düsteren Elementen eine eigentlich schon zu schnöde Schönheit und man schreibt sich um Kopf und Kragen, wenn man sie zu erfassen versucht. Von love, peace und happiness, Versöhnung und Relativierung will hier ja wohl niemand etwas lesen. (Notiz an mich selber: häufiger mal wieder Godfleshs Merciless EP hören)

Über den Rest des Abends aka die Heimreise hüllen wir den Umhang des Schweigens. Nur so viel: ein Fahrkartenautomat und mein Fuß waren involviert.

Sonntag, Februar 01, 2009

Bloggen war vorgestern? Twittern gestern? Und jetzt...

ein weiteres Morgengrauen

Freitag, Januar 23, 2009

Klowände, Blogs usw

Letztens stolperte ich in der örtlichen Elite-Universität über einen nicht ganz unkomischen Klospruch:

Studium verkackt?
Arsch abwischen, weiter machen

Dieser kleine Aphorismus erfüllte mich zwar nicht mit so viel Heiterkeit wie die Enthüllungen über Cenks Mutter, aber ein Schmunzeln konnte ich mir da doch nicht verkneifen.

So langsam sollte man die These von den "Du bist Deutschland"-Klappstühlen wohl neu definieren, daß Blogs die neuen Klowände seien. Denn Blogs sind die Klowände der Klowände, zumindest scheint Schnurbärte sind bäh diese These zu stützen.

Mittwoch, November 26, 2008

Atmen, daniel, atmen!

Ok, hüstel, bitte alle hinsetzen und genau wie ich das Hyperventilieren einstellen, zumindest versuchsweise. Wie Touch and Go Records heute vermelden werden sich The Jesus Lizard 10 Jahre nach ihrer Auflösung wiedervereinen. *keuch* Zwar nur für ein paar Konzerte ab Mai nächsten Jahres (u.a. beim All Tomorrow's Parties The Fans Strike Back in Minehead, UK), aber - ach was kein aber. Und von dieser Stelle erstmal schweigen.

Samstag, September 20, 2008

Spitzensongtitel XIV

Ist von der/vom finalen (wir erinnern uns) Flying Luttenbachers LP/CD/Digital Download-Realease Incarceration By Abstraction der Eröffnungssong "Assault on Apathy". Prägnanter kann man Aufgeben, die eigene mißliche Situation, die Wut auf die Umstände, die einen zur Aufgabe gebracht haben, starrköpiges Weitermachen und Humor kaum umreissen. Dafür von mir beide Daumen nach oben!

Freitag, September 12, 2008

Hörspiel Can Kick Your Indie Punk White Boy Ass

Ja, auch ich bin dem Hörspielwahn verfallen. Neben dem Klassiker Die drei ??? gibt es gute (Gabriel Burns, Caine, Drizzt) und nicht so gute Versuche (v.a. Offenbarung 23). Den Unterschied zwischen Hero und Zero macht v.a. die Attitude zu sich selbst.

Gabriel Burns ist ernsthafte Unterhaltung für Erwachsene, die sich Grusel-Elementen ebenso wie Fantasy- und Mystery-Anleihen bedient. Der Stil erinnert an dystopische Romane. Düster, zeitgemäß bis futuristisch, unaufgeregt in der musikalischen Untermalung, gelegentlich eklig, aber - außer im unsäglichen Halloween-Special - niemals nur auf den schnellen Effekt, den crazy Mindfuck ausgelegt. Deswegen wohl nicht nur einer meiner Favoriten im noch (oder schon nicht mehr(?)) expandierenden Genre Hörspiel. Im Mittelpunkt der Story steht der Taxi fahrende Schriftsteller Steven Burns aus Vancouver. Er wird in ein düsteres Gehimnis geworfen, das zum Teil mit dem Verschwinden seines Bruders Daniel und mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat. Der geheimnisvolle Autraggeber Bakerman schickt ihn von einem Abenteuer ins nächste. Verbindende Elemente ergeben sich erst nach und nach. Diese Verbindungen schaffen aber meistens mehr Konfusion als sie Lösungen anbieten. Vermutlich wird man auch beim x-ten Hören noch etwas neues entdecken.

Drizzt nimmt sich eines anderen Genres an. Aufbauend auf den Romanen R.A. Salvatores spielt er in einer D&D-basierten Welt voller Elfen, Zwergen, Waldläufern und mehr dimensionalen Fabelwesen. Erzählt wird die Geschichte von Drizzt Do'Urden, einem Außenseiter im Volke der Dunkelelfen, der sich für ein Leben aufrichtiger Wert entschieden hat und sich von der Verschlagenheit der Dunkelelfen anwendet. Entsprechend sind seine Probleme mit seinem Volk und der recht zurückhaltend reagierenden Umwelt. Sehr gute Fantasy-Sache, die unaufgeregt vom Leben eines Einzelgängers inklusive Schlachten und kleineren Kämpfen berichtet.

Im Gegensatz zu diesen beiden ist Caine eine hysterische, sich überschlagende, durchgedrehte Gewaltorgie, die sich manchmal in comedyhaften Elementen verliert, aber dank der ab Folge 4 einsetzenden Story immer den Bogen zur Spannung zurück findet. Leider lässt die Qualität mit Folge 7 etwas nach, aber vielleicht kriegt die für November angekündigte achte Folge ja wieder die Kurve. Caine handelt vom Profikiller Steven Caine, der nach einem Attentat geschnappt und hingerichtet wird. Sein toter Körper wird von den Kyan'Kor an sich genommen und mit dem Penumbra-Amulett, in das der wenig sensible Schlächter von Kyan'Kor gebannt ist, wieder zum Leben erweckt. Nun schlagen zwei Seelen in seiner Brust, die des abgebrühten Profikillers und des gewaltsüchtigen und brutalen Kartaan. Caine wurde auserwählt die Kyan'Kor vor den Aganoi zu beschützen, dazu wird er die Hilfe Kartaans brauchen. Zwischen verschieden Plots entwickelt sich eine hirnrissige Geschichte, die zu gleichen Teilen aus Fantasy und comichafter Gewalt besteht. Nichts für zartbesaitete gemüter, aber für Leute, die Spaß an Splatter oder Tarantino haben, möglicher weise ein Tipp. Richtig nerven eigentlich nur die Bonus-Tracks unsäglicher Nu-Metal-Bands.

Richtig Scheiße ist dagegen Offenbarung 23, das sich zu Beginn an einem vermutlich augenzwinkerndem Umgang mit Verschwörngstheorien rund um den veschwundenen Hacker Tron versucht. Im weiteren Verlauf sind die Macher wohl leider besoffen von ihrem eigenen Produkt einer kruden Verschwörungstheorie mit allen klassischen Elementen anheim gefallen. Die sie im Gestus der Aufklärung an die Leute bringen wollen. Der anfangs humorvolle Umgang wird durch eine dermaßen bärbeißige Ernsthaftigkeit abgelöst, daß man wohl eine ungesunde Distanz zu sich selbst attestieren muss. Jedes Augenzwinkern, jede Doppelbödigkeit wird durch die angebliche Faktizität der Story ausgehebelt und endet im paranoiden Rausch der nur sich selbst Vertrauenden.

Für weitere Informationen sehen Sie bitte die neu eingerichtete Linkkategorie "Hörspiele".