Samstag, April 26, 2008

Erinnerungen zwischen Raum und Zeit

Als Tagträumer pendelt das Leben zwischen Momenten weitsichtiger Klarheit und verpenntem Halbwissen. Was eben noch wichtig und richtig war, ist einen Sekundenschlaf später hinter einer wabernden Wand aus Vergessen dem kontrollierten, rationalen Zugriff entschlüpft. So kommt es dann wohl auch, daß ich bei jedem Hören die Klasse von Sonic Youths Daydream Nation neu entdecken kann. Mein nicht ganz unzwiespältiges Verhältnis zur Band hindert mich daran, mich wirklich auf Neuerscheinungen von ihnen zu freuen. Klar mag ich den vom Punk inspirierten Noise von Confusion Is Sex und auch Washing Machines Pendeln zwischen kurzen knackigen Rocksongs und elegischen Experimenten, aber wieso vergesse ich immer wieder, daß Daydream Nation mir ganze Abende retten kann? Die rockigen Songs sind einfach besser als auf den anderen Platten, sie klingen zwar klassisch rockend, sind aber zu bräsig um die ganz große Geste aufzufahren. Die experimentellen Songs werden nie zu arty. Bei jedem Song denke ich, daß er genau mein Lieblings-Sonic-Youth-Song ist, bis der nächste anfängt...

Hoffentlich hilft diese Gedankenstütze mich auch in Zukunft in somnambuler Sicherheit daran zu erinnern wie gerne ich Daydream Nation mag.

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